Neofonie GmbH

location_onHeadquarters

Berlin, Germany

peopleEmployees

From 51 to 200

businessIndustry

eCommerce, Information Tech, Platform, Computer Software, Design

account_balanceFounded

1998

dvrTech stack

PHP, JavaScript, Symfony, Amazon Web Services (AWS), Docker, Linux, Spring, Java EE

gradeKey values

checkAwesome co-workers
checkFlat hierarchy
checkValues work/life balance
checkFamily valued & supports parents
checkFlexible hours
checkAgile processes
checkSelf-funded
checkOptions for working remotely
checkRespect & trust
checkShare & grow together

Work at Neofonie GmbH

Die Berliner Digitalagentur Neofonie entwickelt individuelle Software-Lösungen in den Bereichen Mobile, Commerce, Content Management und Künstliche Intelligenz. Neofonie bietet Beratung, Design und Entwicklung aus einer Hand. Zu den Kunden zählen u.a. Jägermeister, HUK-COBURG, Bechtle, Gruner+Jahr und der Wort&Bild Verlag. Laut Internetagentur-Ranking zählt Neofonie zu den fünfzig größten Agenturen. Neofonie wurde 1998 mit der Entwicklung der ersten deutschen Suchmaschine, Fireball, gegründet.

EN: Neofonie is a leading full-service provider of digital solutions - from consulting and design, development to operation & hosting. No matter if classic IT, internet solutions and mobile applications: We think and develop cross-platform and cross-channel. Our expertise ranges from data analytics, text mining, search, web portals, UX, content management systems and e-commerce and mobile solutions. Our clients include Jägermeister, HUK-COBURG, Bechtle, Gruner+Jahr and Wort & Bild Verlag. Neofonie was founded in 1998 with the development of the first German search engine, Fireball.

Women in Tech bei Neofonie

Die IT-Branche ist größtenteils männlich dominiert. Im Bundesdurchschnitt lag der Frauenanteil im IT-Sektor 2020 bei 16,7 Prozent. Der Frauenanteil in der Neofonie liegt derzeit bei 31 Prozent, davon sind rund 25 Prozent direkt im Projektgeschäft aktiv. So wie Diana Neufeld, die seit 2015 als Software Test Engineer bei Neofonie tätig ist. Wir haben sie zum Thema Women in Tech bei Neofonie befragt.

Was war Dein Antrieb, Dich für einen Job in der IT zu entscheiden?

“In meinem Studium zur Diplom-Mathematikerin hatte ich durch verschiedene Kurse bereits erste Berührungspunkte mit IT-Themen. Ich wusste schnell, dass ich den klassischen Weg von Mathematikern in Wissenschaft, Banken oder Versicherungen nicht gehen wollte. Den Aufschwung der IT-Branche habe ich daher mit Spannung verfolgt, und als mir eine Stellenausschreibung im Bereich Quality Assurance über den Weg lief, habe ich nicht gezögert und es bis heute nicht bereut. Genau wie in der Mathematik ist in meinem Job analytisches und lösungsorientiertes Denken gefragt.”

Warum denkst Du, gibt es immer noch wenige Frauen in der IT und Digitalbranche?

“Ich denke, es fehlt vielen jungen Frauen an Vorbildern, bzw. kommen sie zu wenig in Kontakt mit dem Berufsfeld. Eltern erfüllten in der Vergangenheit oft klassische Berufsrollen. Mich selbst hat meine ehemalige Mathematiklehrerin für das Fach begeistern können. Sie war meine Motivatorin, da sie Sachverhalte anders erklärt hat, so dass ich sie besser verstanden habe. Erst durch sie habe ich mein Potenzial entdeckt und begonnen, mich mit dem Thema tiefergehend zu beschäftigen.Heute ist der Frauenanteil in naturwissenschaftlichen Berufen steigend, und auch schulische Bemühungen, Mädchen frühzeitig an MINT-Fächer heranzuführen, wird hoffentlich zu einer Steigerung des Frauenanteils im IT-Bereich führen.”

Warum braucht es mehr Frauen in der IT?

“Meiner Erfahrung nach gehen die Geschlechter unterschiedlich an Themen heran. Das heißt nicht, dass der Eine besser als die Andere ist, sondern die Art zu denken und die Herangehensweisen unterscheiden sich. In der IT ist vor allem Lösungsorientiertheit gefragt, dass heißt, Du musst schnell auf neue Herausforderungen reagieren können. Je vielseitiger ein Team ist, desto besser ist das für alle Beteiligten, für die Kunden, für das Unternehmen und das Team, da verschiedene Ansätze genutzt werden können. Deshalb ist es für IT-Projekte entscheidend, dass sie zum einen interdisziplinär sind und zum anderen eine ausgeglichene Geschlechterbilanz vorweisen.”

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen den Kolleginnen und Kollegen bei Neofonie?

“Derzeit bin ich in einem Projektteam für ein großes Versicherungsunternehmen tätig, welches nahezu paritätisch aufgestellt ist. Die Atmosphäre ist sehr entspannt, alle werden gleichermaßen wertgeschätzt, sind gleichberechtigt und vieles wird mit Humor genommen. Diese Erfahrung konnte ich aber auch in vorherigen Teams machen, bei denen ich teilweise die einzige Frau war. Es geht vielmehr um die Sache und nicht darum, wer es sagt. Das Projekt und der Kundennutzen stehen immer im Fokus. Das kann schon mal zu Diskussionen führen. IT-ler sind mitunter sehr direkt, was falsch aufgefasst werden kann. Aber in der Regel lassen sich Meinungsverschiedenheiten schnell auf Basis von Daten und Testergebnissen lösen. Diese bilden die Grundlage der Diskussion und werden immer geschlechtsneutral bewertet.”

Braucht es bei Neofonie spezielle Angebote für Frauen?

“Neofonie bietet beiden Geschlechtern gute Rahmenbedingungen für ein gleichberechtigtes Arbeiten. Viele Väter und Mütter nutzen die flexiblen Arbeitszeiten und passen ihren Beruf an ihr privates Leben an, nicht umgekehrt. Gleichzeitig bietet Neofonie mit unbefristeten Arbeitsverträgen und einem Freizeitausgleich für jede überzogene Minute viel Sicherheit und Flexibilität. Die Arbeitsatmosphäre ist sehr freundschaftlich, kinderfreundlich, entspannt und von Respekt geprägt. Neuzugänge werden offen empfangen und finden sich schnell in Prozesse ein, egal ob männlich, weiblich oder divers.”

Welchen Rat würdest Du anderen Frauen geben, um ihnen zu helfen, in dieser Branche voranzukommen?

“Sucht Euch Networking-Möglichkeiten und einen Mentor oder eine Mentorin – denn der Austausch hilft, Unsicherheiten abzubauen und Stärken zu erkennen sowie gleichzeitig zu fördern. Dies belegen nicht nur wissenschaftliche Studien, sondern ich habe selbst davon profitiert und erfahren, wie wichtig beides ist. Ich hatte als studentische Hilfskraft bereits eine Mentorin, die mich für Vorstellungsgespräche fit gemacht hat und mir Feedback gegeben hat, wie ich auf mein Gegenüber wirke. Heute sind es vor allem andere Kolleginnen, die mich motivieren oder gegebenenfalls bei Konflikten vermitteln. Wer zu Neofonie kommt, wird jederzeit Female Empowerment erhalten. Ein schlauer Mensch hat mal gesagt, “Computer sind pedantisch”, d.h. sie verzeihen keine Fehler. Wer also Genauigkeit und Strukturiertheit mitbringt, der ist in der IT gut aufgehoben und kann sich gleichermaßen mit den männlichen Kollegen messen.”

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Mobiles Arbeiten bei Neofonie

Seit 2020 arbeitet die Mehrheit der Neofonie Mitarbeiter mobil aufgrund der aktuellen Situation – Pandemie. Wie hat sich das Miteinander und das gemeinsame Arbeiten verändert? Wir haben Michaela Kuchenbuch, HR Recruiting, gefragt, was die neue Arbeitskultur bei Neofonie ausmacht und wie sie sich umsetzen lässt.

Wie arbeiten wir aktuell?

"Mit vielen Lösungen entwickeln und gestalten wir die digitale Welt unserer Kunden, in der wir uns gleichermaßen bewegen. Die Digitalisierung, gerade in diesen besonderen Zeiten, greift auch intensiv in unsere Arbeitsstrukturen ein.

Wir arbeiten mobil. Jeder kann selbst entscheiden, wie er sich seinen Arbeitsalltag vorstellt. Bis zu 100% mobiles Arbeiten ist möglich. Somit sind wir flexibel und wollen es auch nach der Pandemie bleiben. Die Mitarbeiter entscheiden, ob sie ins Büro kommen oder von zu Hause aus arbeiten."

Was sind die größten Herausforderungen bei der mobilen Arbeit?

"Die größte Herausforderung beim mobilen Arbeiten ist neben der technischen Ausstattung und Umstellung von Prozessen natürlich, dass unser Zusammenhalt nicht verloren geht. Das haben wir immer im Blick und versuchen, alles was wir in der analogen Welt im Angebot haben, so gut wie möglich virtuell umzusetzen. So finden beispielsweise interne größere Termine, wie die Abteilungsfrühstücke, via Videokonferenz statt. Generell waren unsere Arbeitsprozesse schon vorher digital, somit bedurfte es jetzt kaum einer Umstellung."

Wie gestaltet sich die Teamarbeit jetzt?

"Teamarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeitswelt. Es ist uns wichtig, dass die Teams im regelmäßigen Austausch sind. Jedes Team kann sich in Dailys und Weeklys organisieren. Darüber hinaus kann sich jeder mit jedem jederzeit in unserem internen Chatsystem austauschen. Neben Team- und Fachthemen finden sich im Chat auch Tauschbörsen oder Newsgruppen. Nicht nur die Arbeit wurde auf mobiles Arbeiten umgestellt, auch einige Team- und Firmenevents wurden angepasst. Zum Beispiel erfolgt unsere Lunch Lotterie ebenfalls virtuell. Vier Personen aus wechselnden Teams genießen gemeinsam ein Mittagessen, was individuell nach Haus geliefert wird. "

Wie erfolgt das Onboarding ?

"Der erste Arbeitstag startet bei uns im Büro. Das erste Onboarding erfolgt mit unserer HR-Abteilung und der neue Mitarbeiter erhält einen Laptop für seinen Arbeitsplatz. Danach kann selbst entschieden werden, ob das Onboarding mit dem Abteilungsleiter vor Ort oder virtuell durchgeführt werden soll. Unsere neuen Mitarbeiter erhalten in jedem Fall alle wesentlichen Informationen, die zum Start bei Neofonie wichtig sind."

Wie soll in Zukunft die Zusammenarbeit aussehen?

"Unser Hauptsitz von Neofonie bleibt Berlin. Hier arbeiten wir seit über 20 Jahren und verwirklichen gemeinsam viele Kundenwünsche. Alle Neofoniker sind immer herzlich willkommen auch in unserem Büro zu arbeiten. Im Schnitt kommen ca. 10 Prozent lieber regelmäßig in die Firma und sitzen meist allein im Büro. Wir achten auf die Einhaltung der gesetzlichen Hygienerichtlinien und natürlich auch aufeinander.

Eine angenehme Arbeitsatmosphäre für alle ist uns ausgesprochen wichtig, daran arbeiten wir jeden Tag."

Wie läuft der Bewerbungsprozess ab?

"Auch unser Bewerbungsprozess wurde angepasst. In der Regel finden alle Interviews via Video-Interview statt. Natürlich können auch unsere Räumlichkeiten angesehen werden. Dazu vereinbaren wir im Laufe des Prozesses einen Termin. Uns ist es wichtig, dass unsere neuen Kollegen sich nicht nur zu Hause wohlfühlen, sondern auch bei uns im Büro. Deshalb laden wir die Interessenten/Bewerber ein, sich bereits im Bewerbungsprozess ein Bild von der Arbeitsatmosphäre vor Ort zu machen."

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Agile Führung – Bedeutung und Herausforderungen für Führungskräfte

„Führung heute bedeutet Agilität – es ist ein Führungsverständnis auf Augenhöhe, anpassungsfähig und mit auf Stärken fokussiertem Fördern.“

Agilität, ursprünglich ein Begriff aus der Softwareentwicklung, hat sich heute auch als Führungskonzept der mobilen Arbeitswelt etabliert. Was Agile Führung konkret ausmacht und welche Anforderungen an eine agile Führungskraft gestellt werden, klären wir im Interview mit Holger Paetsch – Head of Project Management.

Was hat dich bewogen, dich zu einer Führungskraft zu entwickeln?

"Ich wurde noch von der althergebrachten Meinung geprägt, dass du nur „was werden“ kannst, wenn du eine Führungsaufgabe übernimmst."

Gab es Chefinnen oder Chefs, die dich besonders inspiriert haben?

"Am meisten in Erinnerung geblieben sind mir die Führungskräfte, die ich selbst hatte. Die guten und die nicht so guten – beide haben mich auf ihre Weise inspiriert. Letztere vor allem dadurch, dass ich feststellte: So wie die möchte ich selbst nicht mit Menschen arbeiten."

Wie unterscheidet sich Führungskultur damals und heute aus deiner Sicht?

"Früher wurde viel mehr über Hierarchien geführt: Chef sagt, gibt vor, entscheidet, Mitarbeitende setzen um. Heute findet Führung mehr auf Augenhöhe statt. Mitarbeitende haben höhere Ansprüche an autonomes Arbeiten, sehen Vorgesetzte zunehmend als „Primus inter pares” – also als “Ersten unter Gleichen”. Und in der Kommunikation, der Feedback- und Fehlerkultur tut sich ganz viel. Welcher Chef hat vor 25 Jahren schon nach Feedback gefragt? Heute ist das üblich und Teil einer Unternehmenskultur, die aus der Tech Branche in Kalifornien kommt. Google, Intel, Apple, Git und andere haben hier Veränderungen ermöglicht, die seit Jahren auch nach Europa kommen. Und diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen, im Gegenteil: Permanente Veränderung ist Teil des Prozesses geworden. Es findet ein grundlegender Werte- und Kulturwandel statt."

Wie würdest du deinen eigenen Führungsstil bezeichnen? Was zeichnet dich als Führungskraft aus?

"Den EINEN Führungsstil gibt es für mich nicht. Wie Führung gelingt, hängt immer von Mitarbeitenden und Führungskräften im Zusammenspiel ab. Und hier vom gegenseitigen Umgang, von Vertrauen, Kommunikation, Empathie, fachlichen Fähigkeiten, Intelligenz, Willen und Reifegrad.
Am liebsten bin ich der Coach an der Seitenlinie, der das Team auf dem Platz zu Spitzenleistungen bringt. Aber nicht immer ist das die richtige Methode, denn manchmal sind auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen und kritische Feedbacks zu äußern. Aus zahlreichen Rückmeldungen – ganz wichtig, Feedback hole ich regelmäßig aktiv ein – habe ich mitgenommen, dass ich über Ausdauer und Empathie verfüge, über eine besonnene, verlässliche, strukturierte Art und eine klare Kommunikation. Ich selbst sehe mich auf einem permanenten (beruflichen) Weg, stehe selten still und versuche, andere mitzunehmen und zu inspirieren. Das Einholen von Feedback aus jeglicher Richtung ist für mich ein ganz wichtiger Schritt und verbessert in jedem Fall das Zusammenspiel aller."

Wie definiert sich für dich Personalentwicklung und was ist dein Beitrag?

"Wir entwickeln uns alle immer weiter. Indem ich Menschen gezielt fordere und fördere, auf der Basis von Fähigkeiten, Talent, Ver- und Zutrauen, gebe ich ihnen den Raum, ihre Stärken weiter zu entwickeln. Das ist für mich die aussichtsreichste Art der Personalentwicklung. Mit gemeinsamen Bestandsaufnahmen, Analysen und Feedback leiste ich letztlich Hilfe zur Selbsthilfe.
Immer geht es dabei auch um Kommunikation. Eine gute Kommunikationsfähigkeit bedeutet für mich vor allem Klarheit, um die ich jeden Tag bemüht bin."

Hat sich die Führungsarbeit durch das mobile Arbeiten verändert – Stichwort “Remote Führung”?

"Auf jeden Fall. Ob am Kaffeeautomaten, im Teammeeting oder unter vier Augen im Büro, soziale Kontakte in physischer Präsenz sind wichtig. Der Mensch ist ein soziales Wesen und remote work verändert unseren sozialen Umgang miteinander. Bei einem Gespräch im Büro sehe ich die andere Person immer komplett, kann Stimme und Körpersprache wahrnehmen. Das geht per Video nicht so einfach. Manche Inhalte lassen sich zudem über Video einfach schlechter besprechen als persönlich. Da schleichen sich immer mal Einflussfaktoren wie Kinder, Partner, Haustiere oder Paketboten im Hintergrund ein, die ein Gespräch unterbrechen. Und es fällt schwerer, mal eben jemandem über die berühmte Schulter zu schauen, sei es zur Hilfe, zur Kontrolle oder zum Teilen von Wissen."

Wie gelingt Führung in Remote – hast du Empfehlungen?

"Corona hat uns gezwungen von heute auf morgen über Distanz zu führen. Es galt, nicht nur die technischen Werkzeuge an die Situation anzupassen, sondern auch die Kommunikation, den Umgang mit Anleitung, Kontrolle und Feedback. Wichtig für Führungskräfte ist aus meiner Sicht, dass sie sich noch intensiver um Mitarbeitende bemühen. Denn man erkennt durch den Bildschirm schlechter, ob jemand auf der anderen Seite gut klar kommt oder vielleicht ein Problem hat. Das war besonders anfangs eine Herausforderung, als der erste Lockdown auf dem Gemüt vieler Menschen lastete. Bei freiwilliger Remote Arbeit ist das vielleicht weniger problematisch, aber dennoch kann ich mein Gegenüber viel schlechter „lesen“. Ich muss als Führungskraft also ausführlicher und vor allem häufiger mit meinen Leuten kommunizieren."

Wie muss sich Führung in Zeiten digitaler Transformation verändern?

"„Verändern“ ist das Schlüsselwort – und “Agilität”. Die digitale Transformation ist kein Prozess, der einen Anfang und ein Ende hat. Sie wird sich fortsetzen. Und das definiert die zentrale Anforderung an Führung: sich permanent mitzuentwickeln. Idealerweise zieht also Führung nicht bloß nach und folgt einem Zeitgeist oder Trend, sondern steht als Disziplin für sich allein, eingebettet in den großen wirtschaftlichen Gesamtkomplex, und schafft es, konstruktiv Einfluss auf die digitale Transformation, ihre Auswirkungen und die beteiligten Menschen zu nehmen."

Du nennst das Stichwort “Agilität” – wie definierst du agile Führung?

"Agile Führung und ein agiles Mindset sind zwei von vielen Bausteinen. Agile Führung ist nicht einfach ein Synonym für eine moderne, zeitgemäße Führung. Agile Leadership dreht sich im Wesentlichen darum, wie Führung durch den Wandlungsprozess gelingt, unternehmensweit und auch gesamtgesellschaftlich. Meine Definition agiler Führung beinhaltet, auf Augenhöhe mit den Mitarbeitenden zu sein, sie in ihren Stärken zu fördern, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und alle Beteiligten möglichst flexibel und reflektiert zu halten. Die Entwicklung von agiler Führung ist für die Neofonie ein zentrales Thema in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, dem wir uns täglich stellen."

Was ist der Unterschied zwischen Agile Leadership und traditioneller Führung?

"Die Fähigkeit zu agiler Führung erfordert die grundlegende Erkenntnis, dass sich so gut wie alles permanent im Wandel befindet, komplexer, stressiger, unberechenbarer ist als noch vor vor 30 oder 40 Jahren. Es gibt keinen einheitlichen roten Faden, kein Schwarz und Weiß. Agile Führung beginnt also damit, dass sich Führungskräfte gut anpassen können. Und diese Führung beginnt immer zuerst bei einem selbst. Wer sich nicht selbst führen kann, sollte nicht andere führen. Und, wie schon gesagt: Menschen suchen heute viel mehr als früher eine sinnstiftende Arbeit, sie wollen begegnen und teilhaben. Diesem Weg folgt auch die Entwicklung von Führung. Früher bekamen Mitarbeitende gesagt, was sie tun sollten und machten das, auch wenn ich das hier gerade stark verallgemeinere. Heute ergeben sich Führungsanforderungen aus den Aufgaben und der Teamdynamik, nicht mehr primär aus der Hierarchie. Wichtig dabei sind Vertrauen, Eigenverantwortung, Commitment, Augenhöhe, offener Diskurs, Fehler- und Feedbackkultur, auch ist das Team wichtiger als das Ego. In Teams mit hohem Reifegrad und viel Erfahrung braucht es eigentlich keine Führungskraft mehr."

Wo lauern besondere Herausforderungen für Führungskräfte durch Agile Leadership?

"Traditionelle Führung wird mehr und mehr obsolet. Das alte Bild vom kleinen König oder der kleinen Königin verschwindet. In der Zukunft wird es weniger Führungskräfte brauchen. Das kann jene, die an gewachsenen, eher traditionellen Rollen festhalten wollen, vor Probleme stellen und sie im Zweifel verzichtbar machen. Wie gesagt, Flexibilität ist gefordert."

Neue Arbeitswelt, neue Führung: Welche speziellen Vorteile bietet Agile Leadership aus deiner Sicht?

"“Wollen”, “können” und “dürfen” sind drei essentielle Faktoren, die hier mit hineinspielen. Agile Leadership ermöglicht deutlich mehr Können (durch eine permanente Lern- und Entwicklungskultur) und Dürfen. Das beruht auf der These, dass Menschen, die etwas wollen und können, dann mit Passion und Enthusiasmus sehr gute Ergebnisse erarbeiten, wenn man sie (gezielt) lässt."

Das Thema Feedback hast du bereits an einigen Stellen erwähnt. Welche Rolle nimmt es bei einem agilen Führungsstil genau ein?

"Feedback ist ein unverzichtbarer Schlüssel. In der Softwareentwicklung sagt man oft: Try, fail fast, learn and repeat. Feedback – und zwar in alle Richtungen, unabhängig von Hierarchien – ist das Mittel, um zwischenmenschlich, organisatorisch, administrativ und strategisch Fehler, Korrekturbedarf oder Entwicklungspotenzial zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen abzuleiten."

Wie förderst und forderst du dein eigenes Team – wie sieht das konkret aus?

"Zunächst einmal rede ich viel mit meinen Leuten und sie mit mir. Intensive Kommunikation heißt für mich vor allem Zuhören. Zusammen mit meinem Gegenüber ziehen wir gemeinsam Ansätze heraus, um kleine wie große, fachliche wie persönliche Probleme, Ideen, Fragestellungen und Potenziale zu identifizieren und natürlich anzugehen. Zuhören können ist also eine Eigenschaft, die eine agile Führungskraft erfolgreich macht. Neben ausführlicher Kommunikation ist es wichtig, gegenseitig Vertrauen zu bilden. Das funktioniert über Ehrlichkeit und Berechenbarkeit. Ich trete anderen authentisch gegenüber, so wie ich halt bin. Nach einer Kennenlernphase können sie antizipieren, wie ich wohl auf eine Situation reagiere, weil ich in der Regel gleich reagiere. Und ich bin ehrlich: was ich sage, das mache ich auch. Als Führungskraft lebe ich derartiges Verhalten aktiv vor und wünsche mir das entsprechend zurück. Meist, aber sicher nicht immer, klappt das auch. Zur Wahrheit gehört auch, dass es Menschen gibt, die aus vielerlei Gründen schwer bis gar nicht führbar sind. Hier ist die Führungskraft besonders gefordert."

Welche besonderen Herausforderungen siehst du bei der Umsetzung innerhalb von Neofonie?

"Wie überall: Es braucht Bereitschaft und Commitment sowie Entwicklungszeit und Mut zum Lernen: Fehler machen, sie verstehen, weitermachen. Es gibt nicht DEN einen richtigen Weg. Die Neofonie ist unter anderem von einem unaufgeregten Pragmatismus im besten Sinne geprägt. Den braucht es auch für die Entwicklung einer agilen Führungskultur."

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Viele Generationen – ein Team – Neofonie

Ob Babyboomer, Generation X, Y oder Z – Generationenvielfalt bietet zahlreiche Vorteile, heißt aber auch Herausforderungen für Team, Führung und Unternehmenskultur.

Bei Neofonie arbeiten KollegInnen im Alter zwischen 21 und 63 Jahren miteinander, wobei die Generation 40-50 Jahre mit rund 42 Prozent den größten Anteil darstellt. Wir haben Joachim Schneider (JS), IT-Administrator aus der Generation Babyboomer und Philip Kramwinkel (PK), Werkstudent Softwaretesting, der sich der Generation Y angehörig fühlt, befragt: Was eint und unterscheidet ihre Generationen und wie bereichern sie sich aus ihrer Sicht in der Zusammenarbeit bei Neofonie?

Was ist aus eurer Sicht typisch für eure Generation?

PK: "Man sagt ja immer, dass die Vertreter der Generation Y nicht so richtig wissen, was sie wollen, wo es hingehen soll im Leben. Da könnte etwas dran sein, jedenfalls trifft es auch ein wenig auf mich zu. Ich probiere vieles aus, hatte auch schon vor diesem einige Studentenjobs, die vom Berufsumfeld her aber nicht so ganz passten. Dann habe ich mir wieder ein neues Umfeld gesucht. Momentan bei Neofonie fühle ich mich sehr wohl und das Softewartesting bereitet mir viel Freude."

JS: "Ich finde es sehr schwer pauschal zu beantworten, was die Generation der Babyboomer ausmacht. Mal auf den Punkt gebracht und auf mich bezogen: Ich mache mein Ding, ob das nun zu meiner Generation passt oder nicht."

Was motiviert euch, was treibt euch im Arbeitsalltag an?

JS: "Bei mir ist es letztlich der Wunsch, alles möglichst perfekt zu machen. Das hängt auch damit zusammen, dass ich in meinen Jobs oft viel Verantwortung trage. Während meiner letzten Stelle habe ich unter anderem Livestreamings aus dem Willy-Brandt-Haus durchgeführt, war aber auch in ganz Deutschland unterwegs. Da musste alles auf Anhieb perfekt funktionieren. Der Europawahlkampf von Martin Schulz beispielsweise: Nach einer Veranstaltung setzte der sich in seinen Helikopter und flog zum nächsten Ort, ich habe mit meinen Kollegen die Technik abgebaut, rein ins Auto und zack, in der nächsten Stadt wieder aufgebaut. Das war cool, aber man saß immer auf dem heißen Stuhl. Bei Neofonie ist es jetzt weniger stressig, aber nicht minder anspruchsvoll. Als Systemadministrator trage ich Sorge für ein stabiles Netzwerk, eine funktionierende Serverumgebung usw., also dafür, dass die Belegschaft ausfallfrei arbeiten kann. Ein Technikausfall bedeutet Arbeitsausfall, und das kann unter Umständen für ein Unternehmen wie Neofonie sehr teuer werden. Aber mit dieser Verantwortung kann ich, auch durch eine sehr gute Unterstützung im IT-Team, umgehen. Ich war in vielen Jobs schon das Zirkuspferd, stand auch häufig auf der Bühne, da lernt man, Druck auszuhalten. Aber man muss eben auch den Willen besitzen, seine Arbeit möglichst gut zu machen."

PK: "Bei mir ist es eher der soziale Aspekt, der mich antreibt. Das war schon im Studium so. Wenn man sich mit einer Person gut versteht und zusammen an einer Aufgabe knobelt, macht es einfach viel mehr Spaß. Das motiviert mich dann ungeheuer. Ganz abgesehen natürlich davon, dass die Arbeit selbst natürlich auch Spaß machen sollte. Vielleicht ist das wieder typisch für die Generation Y? Alles ist zu zweit einfacher. Eine positive Arbeitskultur und ein Umgang auf Augenhöhe sind mir wichtig. Was meiner Motivation eher im Weg steht: strenge Hierarchien und Siez-Kultur."

Stellt ihr selbst Unterschiede zwischen den Generationen fest, und wenn ja, woran macht ihr diese fest?

JS:"Mir fällt in Gesprächen häufig auf, dass viele Studienabsolventen fachlich topfit sind. Doch wenn du ihnen eine praktische Aufgabe gibst, steigen die jungen Leute genau an dem Punkt aus, das macht ihnen oft Angst, insbesondere auf Produktivsystemen. In der Theorie konntest du sie alles fragen, aber der Praxisbezug fehlt."

PK:"Ja, das ergibt für mich Sinn. Im Studium hast du eben sehr viel Theorie und wenig Praxis im Vergleich mit einer Ausbildung. Und der Trend geht ja zum Studium, weil man da einfach meist mehr Geld am Ende verdient. Mir selbst sind am ehesten Unterschiede darin aufgefallen, wie junge und ältere KollegInnen ihre Arbeit organisieren und welchen Stellenwert der Job im Leben hat. Mit Partner, Kind und/oder Hund ist man gezwungen, die Freizeit gut zu strukturieren, ist aber meiner Beobachtung nach weniger spontan. Während ich einfach sage, ach, ich probier jetzt mal irgendwas neues aus, ist das für Kolleginnen oder Kollegen, die Vollzeit arbeiten und eben auch nach der Arbeit Verantwortung für Kind oder Haustier haben, oft nicht ganz so entspannt zu regeln. Spontanität bestimmt noch mein Leben in der Freizeit. Im Joballtag sieht das natürlich anders aus."

Als Vertreter verschiedener Generationen habt ihr sicher auch unterschiedliche Erfahrungen in Bezug auf Software und Technologien gemacht, oder?

JS:"Klar! Ich kann mich zum Beispiel noch gut an die ersten Mobiltelefone erinnern, die waren riesig im Vergleich zu den heutigen Modellen."

PK:"Mein erstes Handy war direkt ein Smartphone, das bekam ich aber erst mit 15."

JS:"So etwas wie einen nennenswerten Arbeitsspeicher gab es zu meinen Einsteigerzeiten auch noch nicht. Wenn ich mir dagegen die heutigen Server anschaue, da steckt ein halbes Terabyte Arbeitsspeicher drin. Die Technologien haben sich enorm entwickelt."

PK:"Ich bin mit dem Internet und vielen großen Neuerungen bereits aufgewachsen. In der Unterhaltungselektronik habe ich natürlich einige Veränderungen mitbekommen. Zum Beispiel die Entwicklung weg vom Radio und Kassette hin zu Spotify oder von der Videokassette und DVD hin zum Streaming. Also ich kenne die „alten“ Geräte noch gut, aber habe auch keine Probleme mich an Neuerungen im technischen Bereich zu gewöhnen, da das in meiner Jugend einfach dazu gehört. Auch wenn ich nicht immer direkt mit dem neuesten Trend mitgehe, kommt das meistens dann doch, nur etwas zeitversetzt."

Stichwort generationsübergreifendes Arbeiten im Team – was für Erfahrungen macht ihr in eurem Alltag damit?

PK:"Ich habe da nie Barrieren erlebt, solange es flache Hierarchien gibt. Und das mit dem Siezen finde ich wie gesagt etwas unangenehm. Bei Neofonie gibt es flache Hierarchien und ein sehr angenehmes Miteinander mit Du-Kultur."

JS:"Mir würde etwas fehlen in einem Unternehmen, in dem nur Ältere arbeiten. Das ist doch ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Das macht vieles aus meiner Sicht auch einfacher. Was mir persönlich auffällt: In unserer Branche entwickelt sich alles rasant, du musst immer am Ball bleiben. Da schaue ich dann schon manchmal etwas neidisch auf die Jüngeren, die neues Wissen viel schneller aufnehmen. Aber das ist der Lauf der Dinge."

PK:"Aus meiner Sicht wirkt sich Altersdiversität im Team sehr positiv aus. Mal ganz klischeehaft ausgedrückt: Wenn du nur junge Leute im Team hast, würden wahrscheinlich viele ständig kickern… oder früh Feierabend machen und Bier trinken. Ich bin noch im Studium und meine bisherige Berufserfahrung beschränkt sich bisher „nur“ auf Studentenjobs. Wie bereits erwähnt, wird im Studium wenig praktische Erfahrung vermittelt. Daher profitiere ich auf jeden Fall von der Erfahrung meiner Kolleginnen und Kollegen anderer Generationen, die schon länger im Berufsleben stehen. Auf der andere Seite habe ich schon oft gehört, dass mein „junger, dynamischer Blick auf die Dinge“ den Kolleginnen und Kollegen, die schon länger in einem Unternehmen arbeiten sehr gut getan hat. So ein frischer Blick klart ein wenig die eventuelle Betriebsblindheit auf. An der ein oder anderen Stelle erkenne ich einen Verbesserungs- oder Optimierungsbedarf. Ob die Optimierung dann durchgeführt wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt."

JS:"Es ist ein guter Erfahrungsaustausch – sowohl auf der einen, als auch auf der anderen Seite. Die jungen Kollegen profitieren vom Wissen und der Erfahrung der älteren Generation und auch davon, dass sie die Gelegenheit bekommen, sich auf Produktivsystemen auszuprobieren. Auf der anderen Seite, werden wir Älteren auch immer wieder mit Neuem konfrontiert, das die jüngeren Kollegen mit ihrem spielerischen Zugang zur Technik entdeckt haben. Die Generationen können so einander viel geben. Prinzipiell wird das durch ein sehr gutes Arbeitsklima bei Neofonie unterstützt, denn hier funktioniert der Austausch unter den Kolleginnen und Kollegen wunderbar."

Was wünscht ihr euch von euren Gegenüber einer anderen Generation?

JS:"Ich habe da auch keine festen Vorstellungen. Ich versuche, andere so zu behandeln, wie ich auch behandelt werden will. Und das wünsche ich mir auch von meinem Gegenüber, ganz gleich, welchen Alters."

PK:"Das ist für mich keine Frage des Alters. Man sollte sich mit Respekt behandeln, aber das versteht sich ja von selbst."

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Life with Neofonie
Kind und Karriere – Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Neofonie

„Es gibt Parallelen zwischen der Kindererziehung und meiner Führungsarbeit: Schenke Vertrauen und gib allen die Freiheit, ihre Fehler selbst zu machen. Die Ergebnisse sind nachhaltiger und besser.“
Khayrat Glende

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für viele Eltern eine Herausforderung und erfordert eine gute Organisation, Verständnis und Flexibilität auch seitens des Arbeitgebers und Kolleginnen und Kollegen. Im Jahre 2018 nahmen laut einer Umfrage* 40 Prozent der deutschen Arbeitgeber Rücksicht auf individuelle familiäre Situationen und 37 Prozent boten den Mitarbeitenden entsprechende Teilzeitmöglichkeiten an, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten. Wie ist es um die Familienfreundlichkeit bei Neofonie bestellt? Wir haben Khayrat Glende – Head of Quality Management – zu diesem Thema befragt.

Khayrat, bitte erzähl‘ kurz, wann du zur Neofonie gekommen bist und was genau du hier machst!

"Eingestiegen bei Neofonie bin ich 2008 als Entwickler. Etwas später bin ich zum Buildmanagement gewechselt, dort habe ich wie der Name schon sagt die Build-Infrastruktur rund um Maven, Jenkins & Co. mit vorangetrieben. In der Zeit hatte ich auch erste Berührungen mit Testautomatisierung und Security-Tests. Seit 2016 leite ich die Abteilung Qualitätsmanagement, ein Team von derzeit 19 Leuten. Ich bin dort mit meinen Kollegen auf zwei Ebenen aktiv: Einerseits sind wir der Anwalt unserer Kunden, man muss sich in diese hineinversetzen, übersetzen, was der Kunde möchte und den richtigen Ton treffen. Auf der anderen Seite steht die Kommunikation auf technischer Ebene mit den Entwicklern und natürlich auch den Projektleitern. Wir sind also eine Art Vermittler und müssen immer schauen, ob Qualität und Prozesse im grünen Bereich liegen und beim Nachjustieren helfen. Ein weiterer großer Stellenwert ist, daß wir uns zusammen mit der IT um die Build-Infrastruktur und unsere Atlassian-Tools kümmern."

Du hast also eine sehr verantwortungsvolle Position. Gleichzeitig bist du aber auch Familienvater.

"Ja, mittlerweile ist Adam schon 15 und Lena 13, sie sind also bereits recht selbstständig und gehen oft eigene Wege. Aber hinter uns liegen nicht ganz einfache Zeiten. 2010 ist meine Frau gestorben, und ich blieb mit zwei sehr kleinen Kindern zurück."

Wie bist du mit dieser schweren Situation umgegangen? Hattest du Unterstützung? Wie sieht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Neofonie aus?

"Anfangs war es der totale Stress, aber zum Glück war ich nicht ganz auf mich allein gestellt. Die Oma der Kinder hat mitgeholfen, vor allem aber die Tante meiner Frau. Wir hatten eine Art Wohngemeinschaft, die Kinder haben noch heute eine starke Bindung zu ihr. Auch Neofonie hat mich damals sehr unterstützt und so für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesorgt. Ich konnte meine Arbeitszeit reduzieren und flexibler gestalten, meinen Fokus auf die Kinder richten. Sonst wäre es auch gar nicht gegangen. Durch die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten, haben wir es irgendwie auch geschafft, all das Schöne mit den beiden zu machen, das man als Kind machen kann, trotz der Trauer und des Stresses. Adam und Lena sind zum Kinderturnen gegangen, zum Schwimmen und zum Kung Fu. Sie hatten Musikunterricht – beide spielen übrigens immer noch Klavier."

Hut ab vor deiner Leistung! Als du 2016 die Führungsposition übernommen hast, waren deine Kinder immer noch recht jung. Ist dir die Entscheidung schwergefallen?

"Zu meinem jetzigen Job bin ich mehr oder weniger wie die Jungfrau zum Kind gekommen. Als mein vorheriger Chef ging, hat man mich gefragt. Ich hatte damals noch nicht viel Erfahrung im Qualitätsmanagement, aber das Team war gut aufgestellt, es gab einen super Zusammenhalt, das hat mir gefallen. Und die Kinder wurden langsam selbstständiger. Also dachte ich: Probieren kannst du es ja mal. Anfangs musste ich erst einmal lernen, die organisatorische Sichtweise einzunehmen, in das Führen hineinkommen. Ein bisschen macht man das ja auch schon mit seinen Kiddies, wenn man das so vergleichen kann."

Das ist interessant: Siehst du Parallelen zwischen der Kindererziehung und deinen Führungsaufgaben im Job?

"Auf jeden Fall! Etwa beim Punkt Vertrauen. Wenn du jemandem etwas zutraust, ihn machen lässt, ohne ständig hinterher zu kontrollieren, dann gibt es auch gute Ergebnisse. Und das Kind oder der Mitarbeiter identifiziert sich auch viel mehr damit, als wenn jemand ihm das vorgegeben hätte. Auch beim Umgang mit Problemen sehe ich Parallelen. Ich möchte, dass meine Kinder und meine Mitarbeiter wissen, dass ich für sie da bin und ihnen den Rücken freihalte, ob bei Schwierigkeiten in der Schule oder im aktuellen Projekt. Aber wenn etwas nicht rund läuft, ist es mir wichtig, dass nicht nach Schuldigen gesucht wird. Es kommt allein darauf an: Wie kriegen wir es jetzt hin und vor allem beim nächsten Mal besser hin? Aus den Fehlern lernen, nicht immer wieder den gleichen Weg versuchen, der schon beim ersten Mal nicht funktioniert hat. Mir fällt noch mehr ein: In meiner Vision ist die Abteilung Qualitätsmanagement in der Neofonie eine Art Ausbildungslager. Man kommt als Junior ins Team, hat eine erfahrene Person zur Seite, die Tipps gibt. Ein bisschen wie im Fußballverein: Man fängt klein an und entwickelt sich weiter, geht in Richtung Projektleitung oder Entwickler, oder übernimmt eine verantwortungs- und fachlich anspruchsvollere Rolle im Qualitätsmanagement. Wie Kinder größer und selbstständiger werden und Erfahrungen sammeln, so bleiben auch meine Mitarbeiter und ich nicht ewig in einer bestimmten Rolle und Aufgabenbereich."

Hast du jemals Hürden gespürt, Kinder und Karriere gleichzeitig zu managen?

"Eigentlich nicht – obwohl ich mich so im Rückblick schon frage, wie wir das alles hingekriegt haben, mit dem ganzen Sport- und Freizeitprogramm. Aber letztlich ist man dann in diesem Ablauf so drin, dass man das gar nicht so mitkriegt. Und alles wird irgendwann zur Gewohnheit, so wie Zähneputzen. Blöd ist nur, wenn man aus dem Takt kommt, die Gewohnheiten unterbrochen werden, der Sport ausfällt so wie jetzt bei Corona. Dann fällt es mir sehr schwer, wieder neu anzufangen, und die Kinder haben schon gar keine Lust mehr. Aber das sind äußere Umstände und nicht zu ändern."

Kind oder Karriere: Wohin schlägt das Pendel momentan stärker aus?

"Aktuell mehr in Richtung Job, das hat sich dieses Jahr so ergeben. Ich habe Stunden aufgestockt. Die Kinder wollen nicht mehr so betüddelt werden, sie wünschen sich mehr Freiraum. Von daher kann ich wieder mehr Zeit in den Job investieren. In letzter Zeit strukturieren wir Einiges in der Abteilung um, professionalisieren an Stellen und schärfen nach. Wir nehmen uns ein Vorbild an ION ONE und ontolux. Dies war schon länger ein Gedanke im Team, dass wir den Stellenwert von QM innerhalb und auch außerhalb von Neofonie erhöhen, beziehungsweise unsere Arbeit sichtbarer werden lassen. Denn schließlich ist Qualitätsmanagement im Softwarebereich zentral, unterstützt Produkte schneller zu launchen und spart unseren Kunden Zeit und vor allem Kosten. Das trägt am Ende auch dazu bei, dass die Kunden ihre gewünschte Leistung erhalten."

Welche Momente empfindest du als besonders herausfordernd im Spannungsfeld von Familie und Job?

"Die Urlaubsplanung ist bei uns immer ein wenig kompliziert. Wir fliegen meist zur Familie meiner Frau nach Marokko, und zeitlich muss dann alles mit den Schulferien und den richtigen Flügen in Einklang gebracht werden. Ansonsten sind es heutzutage eigentlich nur noch Kleinigkeiten. Etwa, wenn es heißt, „meine Brille gefällt mir nicht mehr, ich will Kontaktlinsen“, und so Sachen halt, und dass man Termine koordinieren muss."

Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

"Das hat sich im Laufe der Zeit natürlich stark gewandelt. Als die Kinder klein waren, was das immer eine riesige Prozedur am Morgen: aufstehen, anziehen, frühstücken, nach der Arbeit zum Sport oder zum Musikunterricht. Jetzt frühstücken wir nur noch am Wochenende gemeinsam, unter der Woche hat jeder seinen eigenen Takt. Ich gehe dann gern früh zur Arbeit. Auf der einen Seite ist es schön und entlastend, dass die Kinder jetzt selbstständiger sind, andererseits ging mir alles etwas zu schnell, ich fühle mich mittlerweile fast ein bisschen überflüssig! Wir machen aber immer noch viel gemeinsam, Ausflüge, besuchen Verwandte usw."

Welche Momente sind deine persönlichen Highlights des Tages?

"Momentan das morgendliche Radfahren zur Arbeit genieße ich zum Beispiel sehr! Im Büro mache ich mir dann gern erst einmal eine Übersicht, was ich an dem Tag alles schaffen möchte. Und wenn es mir dann auch noch gelingt, meine Vorhaben umzusetzen, ist das natürlich auch wieder ein Highlight… Generell freue ich mich eigentlich immer darauf, ins Büro zu kommen, Leute zu treffen, ein kurzes Schwätzchen zu halten. Gespräche mit Kollegen und Mitarbeitern sind mir sehr wichtig."

Zeit ganz allein für dich – gelingt dir das im Alltag?

"Ich versuche ganz bewusst, mir solche Momente einzurichten. Dabei kommt mir entgegen, dass ich Frühaufsteher bin. Direkt nach dem Aufstehen mache ich gern meinen Sport, dann habe ich schon mal einen gewissen Zeitraum nur für mich. Außerdem lese ich viel, mache Yoga – eine gewisse Spiritualität ist mir wichtig. Da finde ich dann auch immer Zeit für."

Empfindest du Neofonie als kinderfreundlich/familienfreundlich?

"Auf jeden Fall. Das ist auch einer der Gründe dafür, warum ich so gern bei Neofonie arbeite und das auch nach so langer Zeit. In der Zeit nach dem Tod meiner Frau, als es sehr schwer für mich war mit den zwei kleinen Kindern, sind mir hier alle sehr menschlich begegnet. Das hat mir persönlich ein gutes Gefühl gegeben, und die Ermöglichung flexibler Arbeitszeiten war wie schon erwähnt essentiell."

Wie unterstützt Neofonie darüber hinaus Eltern und ermöglicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

"Gut finde ich, dass es die Möglichkeit gibt, Kinder auch einmal ins Büro mitzubringen. Etwa, wenn die Kita ausfällt. Als Adam und Lena noch klein waren, habe ich sie ab und zu mal zur Arbeit mitgenommen. Dafür gibt es jetzt ein eigenes Eltern-Kind-Büro. Momentan steht es eher leer, mal sehen, wie sich das entwickelt, wenn wieder mehr Präsenz herrscht. Die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, ist aber noch besser, vor allem wenn ein Kind krank wird."

Was rätst du anderen berufstätigen Vätern und Müttern – hast du ganz persönliche Tipps?

"Nehmt euch genug Zeit für eure Kinder! Stellt den Job nicht an erste Stelle. Wenn ihr seht, dass alles zu viel wird, versucht, Stunden zu reduzieren. Guckt, dass ihr ausgeglichen bleibt und nicht auf der Arbeit schon alle Energie verbraucht. Nutzt und genießt die Zeit, gerade, wenn die Kinder noch klein sind. Denn das ist die Phase, in der man Vertrauen aufbaut und ein stabiles Fundament dafür legt, dass sie starke Persönlichkeiten werden können.
Stichwort „Zeit für Kinder“: Jetzt werde ich mal nach meiner Tochter gucken! Die liegt nämlich mit etwas Fieber im Nebenzimmer."

Gute Besserung – und vielen Dank für das Gespräch!

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Betriebliche Weiterbildung bei Neofonie – ein Erfahrungsbericht

„Aus meiner Sicht sind Eigeninitiative, ein paar Vorstellungen von den persönlichen Zielen und die Kommunikation darüber ein guter Ausgangspunkt für eine interne Weiterentwicklung.“ Sofia Lisiza

Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften wächst. Bedingt durch den demografischen und technischen Wandel sind Unternehmen gefordert, ihre Fachkräfte zu halten und durch betriebliche Weiterbildungen zu fördern.
Bundesweit lag die Beteiligung an Weiterbildungen insgesamt bei rund 60 Prozent, die der betrieblichen Weiterbildungen bei 48 Prozent im Jahre 2020*. Ein Positivtrend ist zu verzeichnen. Lebenslanges Lernen ist der Schlüssel zum beruflichen Erfolg und dem persönlichen Karriereweg. Sofia Lisiza berichtet im Interview von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Thema betriebliche Weiterbildung bei Neofonie.

Du bist erst knapp zwei Jahre bei Neofonie und bereits auf deiner dritten Position – beachtlich! Aber fangen wir vorne an: Erzähle uns doch bitte kurz, wie alles anfing.

"Im Grunde begann es mit einem ordentlichen Strich durch die Rechnung. Nach meinem Studium der Kunstgeschichte und Sinologie hatte ich eigentlich geplant, im Kulturbereich durchzustarten – und dann kam Corona. Gelder wurden gekürzt, viele Einrichtungen geschlossen. So stand ich gleich zu Beginn meines Berufslebens vor einer riesigen Herausforderung. Die Rettung war schließlich mein Faible fürs Digitale. Schon während des Studiums hatte ich mich mit digitaler Kunst auseinandergesetzt, etwa mit immersiven Installationen, die aus Code bestehen. So etwas fand ich hochspannend. Und ich hatte bereits neben der Uni in Agenturen und Unternehmen gearbeitet, die eine digitale Ausrichtung hatten. Mein Gedanke war dann: Wenn ich aktuell keinen Job im Kulturbereich finde, schlage ich eben diesen Weg ein. Und so habe ich bei Neofonie angeklopft, zunächst als Praktikantin."

Mit welchen Aufgaben wurdest du als solche dort betraut?

"Angeboten wurde das Praktikum im Bereich Contentredaktion. Wir waren insgesamt sechs Werkstudenten und Praktikanten, die für die Migration von Inhalten im Rahmen eines großen Projekts eingesetzt wurden. Neofonie suchte dann noch nach einer Person, die die Koordination dieser Gruppe übernimmt. Dafür habe ich mich gemeldet und wurde genommen. Ich fungierte als Ansprechperson und Schnittstelle, später auch innerhalb eines größeren Teams, zu dem auch die Entwickler gehörten."

Du hast also relativ schnell nach deinem Einstieg schon selbst die Initiative ergriffen, dich weiterzuentwickeln. Wie ging es dann für dich weiter?

"Die Contentredaktion fand ich an sich schon spannend, aber auch teilweise recht monoton. Gegen Ende des Praktikums hörte ich, dass Neofonie einen Trainee im Bereich Projektmanagement suchte. Das passte zeitlich gut und hat mich sehr interessiert, was ich dann auch signalisiert habe. Nach einem Gespräch war klar, dass ich anfangen konnte, auch, weil ich ja schon gut in die Firmeninhalte eingearbeitet war."

Wie lief das Traineeship ab?

"Es bestand aus einer Kombination von Theorie und Praxis. Mein Vorgesetzter, Holger Paetsch, hat mir das Theoretische nahegebracht. n unseren wöchentlichen Treffen hat er mir Lern- und Lesestoff vermittelt und im Anschluss mit mir darüber diskutiert. Frank Schneider stand mir als Agile Coach zur Seite, ist agile Themen wie „Agile Leadership“ mit mir durchgegangen. Hinzu kam die Praxis. Zunächst habe ich weiter in dem Großprojekt mitgearbeitet, welches ich schon aus meinem Praktikum kannte. Später durfte ich dann ein eigenes kleines Projekt betreuen, den Relaunch einer Website, sozusagen mein Gesellenstück. Immer an meiner Seite war Caroline Meyer (Senior Projektleiterin), die mich als meine Patin bei allen Schritten begleitete. Das lief ganz gut, es gab sogar ein Folgeprojekt. Dazu muss ich aber sagen: Ich hatte erfahrene Entwickler und Designer an meiner Seite, wurde also nicht ganz ins kalte Wasser geschmissen."

Gab es dann zum Abschluss noch eine Art Prüfung?

"Geplant war, dass ich zum Ende des Traineeships das offizielle Zertifikat der International Project Management Association ablege. Allerdings haben wir den doch erheblichen Aufwand für die Vorbereitung etwas unterschätzt, die Zeit lief mir davon. Ich konnte das dann im vergangenen Januar nachholen, als ich als Junior-Projektmanagerin bereits übernommen worden war."

Praktikantin, Trainee, jetzt Junior Project Manager – nenne uns bitte jeweils eine Aufgabe, die dir auf jedem dieser Posten besonders Freude gemacht hat!

"Während des Praktikums mochte ich es immer, wenn beim Einpflegen des Contents einmal etwas Kniffliges kam. Dieses dann mit den Kollegen zu besprechen und kreativ zu lösen, fand ich super. Als Trainee hat mir die theoretische Unterfütterung besonderen Spaß gemacht – der Lesestoff und die Gespräche darüber mit meinem Betreuer, der ein sehr guter Mentor ist und Dinge aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Aktuell ist es die Arbeit mit dem Team: Den Tag vor mir zu haben und gemeinsam die anstehenden Aufgaben zu planen, oder auch im Laufe des Tages sich noch einmal per Meet zusammenzuschließen und Probleme zu lösen – all das bereitet mir Freude."

Welche Aufgaben und Erfahrungen bei Neofonie haben dich besonders vorangebracht?

"Auf jeden Fall der direkte Kontakt mit den Kunden! Gegen Ende des Praktikums durfte ich erstmals zu den Meetings mitkommen, etwa zu Weeklys oder Reviews. Aus erster Hand zu sehen, was die Kunden wollen, was am Ende auch bei ihnen ankommt, und welche Probleme es vielleicht gibt, das war unglaublich hilfreich für mich. Vorher hatte ich ja immer nur den Auftrag erhalten: da läuft etwas falsch, überleg‘ dir etwas dagegen – und bei den Meetings konnte ich nun selbst in die Diskussion gehen. Dem Kunden vermitteln: Wir haben uns das Problem angeschaut und einiges versucht, das hat aber nicht funktioniert. Wir könnten aber eine alternative Lösung anbieten. Auch während meines ersten eigenen Projekts im Traineeship fand ich diese Art Vermittlungsarbeit sehr spannend. Häufig hat der Kunde ja keine ausgeprägte Vorstellung vom Digitalen, und hier Partnerin zu sein, hat mich sehr weitergebracht."

Siehst du auch eine persönliche Entwicklung aufgrund deiner bisherigen Zeit bei Neofonie?

"Was ich an mir wahrnehme, ist eine gewachsene Verantwortlichkeit, zuallererst natürlich bezogen auf die Arbeit. Etwa wenn ich als Urlaubsvertretung zwei Wochen unser aktuelles Projekt allein stemmen muss – hier merke ich, dass ich mit den Aufgaben wachse. Und das führt eben dazu, auch persönlich selbstständiger zu werden. Darüber hinaus hat mir das Traineeship gezeigt, wie sich Arbeitswelten unterscheiden. Zum Beispiel schaue ich durch meine Aufgaben im Bereich Controlling und die Arbeit mit Zahlen nun ganz neu auf den Kulturbereich, diskutiere mit Freunden über Projekte und wundere mich, wie dort in den Tag hinein geplant wird, ohne Richtlinien, Definitionen, Marketing oder Evaluation. Mir gefällt meine neue betriebswissenschaftliche Perspektive aber, weil ich sie realistischer finde."

Bist du ein Mensch, dem vieles zufällt, oder hast du das Gefühl, dir deine Karriere hart erarbeiten zu müssen?

"Eher letzteres, vor allem, wenn ich es mit anderen vergleiche. Bei anderen scheint alles immer so leicht! So, als ob sie von allen Seiten etwas zugesteckt bekämen. Während es bei mir Absagen hagelte und ich mich immer wieder neu kalibrieren musste. Aber mein Wille, etwas zu erreichen, hilft mir, weiterzukommen. Manchmal bin ich ein bisschen ungeduldig, aber ich glaube, dass ich den zwei Jahren bei Neofonie einen ziemlich großen Schritt gemacht habe. Natürlich war auch Glück dabei, zum Beispiel, dass das Traineeship gerade zu meiner Zeit angeboten wurde. Aber ich habe mich eben auch dahinter geklemmt, dass ich es bekomme. Wahrscheinlich macht es die Mischung: Glück haben und – sich dafür einsetzen!"

Das hört sich recht zielbewusst an. Bist du der Typ Mensch, der ein Karriereziel fest ins Visier nimmt und den Weg dorthin dann konsequent durchzieht?

"Ich sehe mich eher als jemanden, der spontan ist und auch Chancen am Wegesrand ergreift, wenn sie sich bieten. Wie gesagt – ich musste ich mich schon oft umorientieren. Und ich weiß auch nicht, wohin mein jetziger Weg mich führen wird. Kleiner Fun Fact: Gegen Ende der Schulzeit hatte ich den Plan, Webdesignerin zu werden. Aber meine Mutter orakelte: Das mit dem Internet wird doch nichts, lass‘ mal lieber… Daraufhin bin ich an die Uni gegangen, habe Kunstgeschichte und Sinologie studiert – und komme nun auf Umwegen wieder zurück in den Dunstkreis des Webdesigns. "

Stichwort Studium: Kunstgeschichte, Sinologie – du scheinst ein vielseitig interessierter Mensch zu sein, sprichst neben Deutsch, Russisch und Englisch auch Mandarin und Spanisch. Wie wichtig waren diese Interessen und Kenntnisse für deine bisherige Laufbahn?

"Mein Wissen über Asien kann ich aktuell natürlich nicht unmittelbar in meine Arbeit einbringen. Aber dadurch, dass ich mich in verschiedenen Kulturen bewegt habe, bin ich, glaube ich, recht empathisch. Ich kann Situationen und Reaktionen gut einschätzen, nachempfinden, wie Leute sich fühlen. Es sind also eher die Soft Skills, die mir nützen. Auch für die Kommunikation mit den Kunden, sei es schriftlich oder verbal, hat mir mein Studium sehr geholfen. Wir mussten immer viel vortragen und diskutieren, es gab Protokolle, die man zu befolgen hatte, etwa, wie man E-Mails schreibt oder Hausarbeiten verfasst. Dabei geht es ja auch immer darum, wie ich mich nach außen hin präsentiere. Das hilft mir jetzt natürlich im Kundenkontakt. Hinzu kommt ein Auge für das Visuelle: Als Kunsthistorikerin habe ich natürlich viel Kunst angesehen, analysiert und interpretiert, was mir jetzt im Bereich Design, den wir ja in den Projekten teilweise auch begleiten, zugute kommt. Und wer weiß? Vielleicht starten wir ja irgendwann auch ein Projekt mit einem chinesischen Kunden, dann kann ich mein Wissen noch direkter einbringen."

Wo wir gerade in die Zukunft schauen: Wie siehst du deinen künftigen Weg bei Neofonie – ist noch Luft nach oben? Siehst du Aufgaben oder auch Positionen, auf die du dich hinbewegen möchtest?

"Da ist auf jeden Fall noch jede Menge Luft nach oben! Ich stehe ja noch ganz am Anfang, und meine Lernkurve wird noch lange Zeit steil bleiben. Was ich aber auf lange Sicht gesehen sehr spannend fände, ist UX- und UI-Design. In diesem Bereich koordinierend zu unterstützen, das würde mich schon sehr reizen. Aber wie gesagt: Das ist Zukunftsmusik. Erst einmal muss und will ich in meiner aktuellen Position noch viel Erfahrung sammeln. Denn darauf kommt es im Projektmanagement ganz wesentlich an."

Wie hat Neofonie dich bei deinem bisherigen Werdegang gefördert? Wer oder was hat dir in der Firma den Weg geebnet?

"Gleich zu Beginn hatte ich ein sehr erfreuliches Aha-Erlebnis: Mein Praktikumsvertrag lag bereits fertig vor, wurde dann aber noch einmal um den Zusatz erweitert, dass ich eine koordinierende Rolle einnehme – womit auch ein finanzieller Aspekt verbunden war. Dass der Arbeitgeber so genau hinhört, auf die Wünsche und Ziele von mir eingeht und ein derartiges Arrangement aus eigenen Stücken vorschlägt, hatte ich bis dato noch nicht erlebt. Übrigens wurden später auch die Kosten für mein Zertifikat der Weiterbildung von Neofonie übernommen.

Was ich ansonsten immer besonders geschätzt habe und nach wie vor schätze: Mir wurde Wissen zur Verfügung gestellt, und mir wurde dabei geholfen, dass ich mir selbst mehr Wissen aneignen kann. Zu Anfang des Praktikums gab es eine gemeinsame Schulung für die Contentredakteure, und beim Einarbeiten in das CMS Magnolia haben wir unsere Dokumentation selbst erarbeitet und Feedback dazu bekommen, was sehr hilfreich war. Gut fand ich auch, dass wir Vorbereitungskurse über die Plattform Udemy absolvieren durften. Und natürlich ging viel direkte Unterstützung von Kollegen, wie zum Beispiel von Caroline Meyer aus, vor allem von meinem Vorgesetzten, der mir während des Traineeships unglaublich viel Input gegeben hat und sich danach persönlich für mich eingesetzt hat, dass ich von Neofonie übernommen wurde."

Was rätst du zum Abschluss ganz persönlich den Kolleginnen und Kollegen, die sich beruflich weiterentwickeln möchten?

"Auf jeden Fall empfehle ich ein wenig Eigeninitiative und die Kommunikation darüber! Sprecht mit euren Vorgesetzten, dass ihr euch weiterbilden möchtet, sie haben bestimmt immer ein offenes Ohr dafür. Fragt, was für Möglichkeiten es gibt, und bringt auch schon eigene Vorstellungen und konkrete Ideen mit!"

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