KI-gestützte Softwareentwicklung braucht Zeitorientierung - statt neuer Frameworks

Die Software-Entwicklung als Disziplin steht, methodisch wie technologisch, vor großen Herausforderungen.
Viele Frameworks für die Organisation der Software-Entwicklung, allen voran Scrum, haben letztlich nie die Wirkung entfaltet, die sich viele erhofft haben. Darauf deuten auch die wenigen belastbaren Studien hin.
Es ergibt sich ein „Organizational Drifting“: Prozessuale Anpassungen führen dazu, dass sich die Frage stellt, ob das, was praktiziert wird, überhaupt noch Scrum ist.
Der Einsatz von KI-gestützter Codegenerierung wiederum verändert derzeit die Software-Entwicklung nicht nur als Disziplin, sondern auch als Job.
Ein viel beobachtetes Phänomen: Mit KI entsteht zwar mehr Code, aber es wird nicht mehr Software ausgeliefert.
All das haben wir auch bei Pradke in den letzten Jahren er- und durchlebt. Mit immer wieder einer Konsequenz: Uns ist weniger gelungen, als wir uns vorgenommen haben.
Das hat uns dazu gebracht, grundsätzlich zu hinterfragen, wie wir Software-Entwicklung organisieren.
Seit Herbst 2025 haben wir, in enger Zusammenarbeit zwischen Niels Pfläging von Red42 und unserem CTO Sebastian Kubsch, Software-Entwicklung neu gedacht und neu gemacht: Mit Zeit- statt Kapazitätsorientierung, als Single-Piece-Flow-System statt im Batch-Processing.
Die Resultate sind bereits in der Zwischenbilanz ziemlich beeindruckend:
Im Verhältnis zur vorherigen Vorgehensweise – Scrum-ish in Verbindung mit OKR – hat sich der Output vervielfacht: Ein Entwicklungsprojekt, dessen Umsetzungszeit zuvor auf mindestens vier Jahre geschätzt wurde, haben wir in sechs Monaten realisiert. Bei gleicher Teamgröße und ohne Abstriche. Wir haben KI in unsere Arbeitsprozesse integriert, ohne mit den systemischen „Slopware“-Schattenseiten leben zu müssen. Alle bei Pradtke wissen genau, wo wir in der Entwicklung gerade stehen und welche nächsten Features wann ausgeliefert werden. Überschaubare Tagwerke erzeugen für EntwicklerInnen das Erleben von Wirksamkeit und Sicherheit.
Das ist toll – und das ist TOSD: Timeoriented Software-Development
Dazu haben Niels Pfläging und André Pradke bei Pure Quhr sprechen dürfen.
Den Teilnehmenden gebührt unser Dank für das Interesse und die lebhafte Debatte.
Wenn Du Lust hat, mit uns gemeinsam entlang von TOSD zu arbeiten, laden wir Dich herzlich ein, uns kennenzulernen und Dich zu bewerben!

