Frauen in IT-Jobs: Ein nettes „Danke“ reicht nicht mehr
Career
March 6, 2023
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Frauen in IT-Jobs: Ein nettes „Danke“ reicht nicht mehr

Barbara Oberrauter-Zabransky
Barbara Oberrauter-Zabransky
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Händeringend suchen Unternehmen nach neuen Talenten mit IT-Know-how – besonders Developer sind gefragt. So kann sich keine Firma leisten, einen Teil der Erwerbsbevölkerung wie das sprichwörtliche Stiefkind zu behandeln. Gerade Frauen sind in der IT-Branche nach wie vor unterrepräsentiert, was den Talente-Pool schmerzlich verkleinert.

Die Job-Plattform WeAreDevelopers hat deshalb in einer Studie genau hingesehen, auf welche Bedürfnisse weiblicher Developer ein Arbeitgeber eingehen muss, um für potenzielle Kandidatinnen attraktiv zu sein. Dabei zeigt sich für alle Geschlechter, wie sie für ihre Leistung belohnt werden möchten: An erster Stelle steht ganz logisch das Gehalt. Gleich danach wünschen sich Developer die Möglichkeit, an interessanten Projekten zu arbeiten sowie Unterstützung in ihrer persönlichen Weiterentwicklung.

Ein einfaches Danke reicht Frauen nicht mehr

Besonders für Frauen (60 % der Befragten) ist es heute wichtiger denn je, dass ihr beruflicher Erfolg auch anerkannt wird (Männer: 50 %). Während verhältnismäßig viele Männer sich auch über Wertschätzung durch Partys, ein „Shout-out“ oder ein ganz einfaches „Danke“ freuen, lassen sich Frauen nicht mehr so leicht abkanzeln. Sie wollen für ihre erbrachte ihre Leistung auch nachhaltig gefördert werden, etwa durch Weiterbildung. Weibliche Developer haben es satt, immer nur durch Bescheidenheit zu punkten. Das zeigt sich auch beim Wunsch nach einer Gehaltserhöhung, der bei Frauen (62 %) inzwischen ausgeprägter ist als bei Männern (57 %).

Flexibilität von Seiten des Arbeitgebers wünschen sich erwartungsgemäß Männer wie Frauen, besonders bei der Arbeitszeit. Für weibliche Developer ist zudem der Wunsch nach flexiblen Remote-Arbeitsmöglichkeiten (50 %) besonders wichtig. Auch das menschliche Umfeld spielt für Frauen eine größere Rolle. 24 Prozent von ihnen ist besonders wichtig, mit welchen Kolleg*innen sie zusammenarbeiten (Männer: 17 %). Entwicklerinnen erkundigen sich auch beim Bewerbungsgespräch besonders oft nach den Menschen, mit denen sie im potenziellen neuen Job täglich zu tun hätten.

Wenn es um konkrete Unterstützung durch die Vorgesetzten geht, zeichnen sich Frauen (50 %) nicht nur durch den klaren Wunsch nach mehr persönlichem und fachlichem Feedback aus (Männer: 42 %). Sie sind es auch, die sich überdurchschnittlich oft (35 %) die Möglichkeit wünschen, an einem Mentoring-Programm teilzunehmen (Männer: 22 %).

Frau wirft nicht so schnell das Handtuch

Langeweile im Job – das wird für motivierte Tech-Talente und  damit für ihre Arbeitgeber schnell zum Problem. Die meisten sprechen ihre Vorgesetzten darauf an oder suchen sich selbst eine Beschäftigung, um ausgelastet und herausgefordert zu bleiben. Männer sind aber auch schneller dabei, sich in ihren Netzwerken nach offenen Stellen zu erkundigen, Job-Angebote zu sichten oder mit Headhunter*innen zu reden. Ein weiterer, triftiger Grund für schlaue Unternehmer, sich besonders um weibliche Mitarbeiter*innen zu bemühen: Diese zeigen im Schnitt mehr Loyalität und warten erst einmal ab, bevor sie überhastet das Handtuch werfen.

Wenn Frauen den Job dann aber doch wechseln, sind folgende Gründe gerade im Vergleich zu Männern ausschlaggebend: Gehalt (37 % zu 33 %), eine schlechte Arbeitsatmosphäre (36 % zu 28 %) sowie stressige oder ineffiziente Arbeitsbedingungen (33 % zu 27 %). Auch unfaire, unklare oder intransparente Beförderungen im Unternehmen sind für weibliche Developer ein besonders großer Frustrationsfaktor (30 % zu 21 %).

Diskriminierung ist spürbares Problem

Dass Diskriminierung auch im IT-Sektor ein Problem darstellt, belegt die Mehrheit der Studienteilnehmer*innen: 55 Prozent gaben an: „Ich habe mich am Arbeitsplatz schon einmal diskriminiert gefühlt beziehungsweise Diskriminierung gesehen.“ Am häufigsten beziehen sich diese negativen Erfahrungen auf Rassismus, doch auch sexistische Diskriminierung ist ein Thema und damit Signal für Handlungsbedarf.

Das zeigt sich auch in einem Gender Gap: Von den Studienteilnehmer*innen sind es die Frauen, von denen 72 Prozent schon einmal Diskriminierung im Job erlebt oder beobachtet haben – im Gegensatz zu 61 Prozent der Männer. Das zeigt sich auch schon in Job-Interviews: Weibliche Developer waren laut Umfrage schon etwas öfter mit unprofessionellen Gesprächspartner*innen, Respektlosigkeit und indiskreten oder unzulässigen Fragen konfrontiert.

Veranstaltungshinweis

Am 8. März veranstaltet WeAreDevelopers den Women in Tech Day, um Beiträge von Frauen in der IT auf der ganzen Welt zu würdigen und die Gleichstellung der Geschlechter im IT-Sektor zu beschleunigen. Von 10 bis 15 Uhr stehen inspirierende Keynotes von Top-Speaker*innen am Programm: Unter anderem wird die renommierte Spieledesignerin Brenda Romero einen Vortrag zu „Hidden Histories“ halten. Interessierte können sich kostenfrei hier anmelden.

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